Profilbild von MineMusig

von

Die apokalyptischen Reiter auf der Überholspur

8. August 2007 in Albumreviews

Mit Blessings From A Blackened Sky legt The Sorrow ein meisterliches Debütalbum aufs Metalparkett.

Um einen vom Hocker zu reißen, bedarf es heute in der Welt des Schwermetalls schon außergewöhnlicher Leistungen. Die Gehörgänge sind überfrachtet. Und auf revolutionäre Neuerungen in der Musik wartet man seit Jahren vergeblich. Selbst die Flagschiffe des Genres, die in den 80er Jahren noch mit Meilensteinen aufwarteten – allen voran Metallica – fallen in ihren jüngeren Werken vor allem durch Mittelmaß auf. Und just als man sich schon damit abgefunden hatte, für die Meisterwerke tief in die Plattenkiste greifen zu müssen, kommt – ausgerechnet aus der Nachbarschaft – eine Band daher und bläst einem mit ihrem Debütalbum die Ohrwascheln nach hinten, dass einem die Haare zu Berge stehen.

Spätestens nach dem epischen Knights of Doom ist klar: Mit Blessings From A Blackened Sky reiten die vier jungen Vorarlberger auf jedem erdenklichen Cliché des Heavy Metal herum, das im Laufe der letzten 25 Jahre entstanden ist. Aber während ihnen viele genau das vorwerfen werden, hat die Band längst ihre absolute Stärke um dieses Spiel mit
Zitaten entwickelt. Selten hat man in der jüngeren Vergangenheit derart messerscharfe Riffs gehört. The Sorrow haben die Gitarre als Rhythmusinstrument wiederentdeckt, und dafür sollte ihnen die Metalgemeinde auf lange Zeit dankbar sein. Vor allem die rhythmische Choreographie der zwölf Songs, die sich in ausgefeilte Arrangements
betten und dabei die harmonische Entwicklung hochhalten, machen Blessings From A Blackened Sky zu einem Meisterwerk. Nichts weniger.

Artist: The Sorrow Album: Blessings From A Blackened Sky Release: 27. Juli 2007 Label: Drakkar Records Producer: Toni Meloni