Leichtfüßig und spanisch

28. April 2011 in Albumreviews

Mit ihrem neuen Album „Alameda“ verführt die dreiköpfige Formation den Zuhörer in spanische Gefilde.

Die Blues- und Rockbarden können ganz offensichtlich auch anders. Stefan Szalay, langjähriger Gitarrist der in den 80er und 90er Jahren bekannten Bluesband „Never Do Well“ und Hannes Schneeberger, nach wie vor Bassist in der „Blue Monday Blues Band“, gründeten vor drei Jahren gemeinsam mit Percussionist Hubert Sander die Band „Mas o Menos“ und stellten so ihre Liebe zur spanischen Musik unter Beweis. So auch auf ihrem aktuellen Album „Alameda“, das einen starken Zug zu Flamenco aber auch zu Gitarren easy listening aufweist. Die leichtfüßige Kompositionen und Arrangements von Stefan Szalay versetzen einen in  träumerische Stimmung,  zu einem ausladenenden Fest auf einer spanischen Finca mit Gitarrenmusik und Wein.  Songs wie „Mr. Nobody“ bestechen durch ihre Vielseitigkeit und Eleganz, das ruhige „Caminos“ wartet wiederum mit leichten Verfremdungseffekten auf.

Komplettiert wird das Trio durch die spanische Gastsängerin Yolanda Vera. Auf vier der insgesamt elf  Stücken singt sie temperamentvoll und ausdrucksstark. Zwei davon sind Eigenkompositionen, von denen „Tan Especial“ wohl eines der schönsten und berührenendsten  Stücke dieser CD ist. Ihre weiche, klare Stimme ist definitiv eine Bereicherung für Mas o Menos.

Bei den drei Coversongs, die auf dem Album enthalten sind, hat die Band am Bekanntheitsgrad der Nummern nicht gegeizt. „Sultan of Swing“ von den Dire Straits, „Hijo de la luna“ von José Mario Cano und „Por Tu Ausencia“ von Manzanita sind gut eingeprägte Klassiker im kollektiven Musikgedächtnis.  Umso schwerer ist es, sie auf neue Weise zu interpretieren. Mas o Menos haben davor keine Scheu und auf ihre beschwingte Art gelingt es ihnen auch. Rock n’ Roll zieh deine Schuhe aus, die „mehr oder weniger“ (mas o menos) spanisch angehauchte Songs verführen zu einem neuen, anderen Hinhören.