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Wenig Feuer im Chilitopf

31. August 2011 in Reviews

Die Red Hot Chili Peppers sind nach einer gefühlten Ewigkeit von fünf Jahren mit ihrem neuen Album „I’m with you“ zurück und präsentierten dieses am Dienstag in voller Länge vor rund 1500 Zuschauer im E-Werk in Köln. Weltweit wurde dieser Event in über 900 Kinosälen ausgestrahlt so auch in Hohenems.

Die Erwartungen waren durchaus hoch, hatten die Funk-Veteranen Flea und Anthony doch eine gute Mischung aus neuem und bewährtem Material angekündigt. Leider wurde es aber eine reine Albumpräsentation. Die Chili Peppers begnügen sich bei den neuen Songs weitgehend damit, sich selbst zu kopieren. Ein paar melodische Ohrwürmer, die an die Zeit von „Californication“ erinnern, ein, zwei Funknummern und auch ein ungewöhnliches Lied im Fünf Viertel Takt. Ein unbekanntes „Me and My Friends“ und der All Time Klassiker „Give it away“ als Zugaben und schon gingen die Lichter an. Erst bei besagtem „Give it away“ schien der Funke überzuspringen. Die Mannen wirkten das ganze Set über bemüht, kamen aber nie wirklich auf Touren. Die neuen Songs waren auch noch so frisch, sodass das Publikum kaum etwas damit anzufangen wusste.

Eine weitere Premiere war an diesem Abend angesagt. In der Nachfolge von Langzeitgitarrist John Frusciante bedient nun Josh Klinghoffer die Saiten. Jungspund Josh stahl durch sein Herumgehüpfe den gesetzten Herren etwas die Show, bewährt sich aber auf der Gitarre. Josh wirkte etwas wie ein Zivildiener unter dem Triumvirat der Alten, ohne damit sagen zu wollen, dass diese bald eine Altenpflege benötigen würde. Die rüstigen fast 50iger geizten einmal mehr nicht mit dem Zurschautragen ihrer durchtrainierten Waschbrettbäuche.

Wie auch immer,  Josh muss die Lücke erst kreativ ausfüllen, die Frusciante hinterlassen hat. Keine leichte Aufgabe. Gerade bei diesem Konzert überließ er allzuoft Flea mit seinem funkigen und präzisem Bass (wohl das Beste an diesem Abend)  und der Stimme von Antony das Feld. Schade eigentlich für einen so guten Gitarristen, der Josh zweifelsohne ist.

 

 

Black Soul

16. Juli 2011 in Reviews

Macy Gray, ein weiterer big shoot des poolbar Festivals, kam, sah und brachte Soul in die ausverkaufte Halle. Wie kaum anders zu erwarten hielt sie das Publikum durch ihre reine Präsenz in Atem. Eine wahre Engestimme hat diese Frau aus Ohio/USA, da konnte die Band, die übrigens sehr gut aufspielte, fast nichts mehr falsch machen. Die Augen blieben von Anfang bis zum Schluss auf Macy Gray gerichtet. Ekstatisch und exzentrisch trug sie ihre Nummern vor, im Rausch der eigenen Musik. R n’ B, Soul und Funk mischte sie dabei zusammen, dass es eine wahre Freude war. Natürlich, Mainstream ist das allemal und oft genug auch glattfrisiert fürs Radio, aber live klang das sehr aufgeweckt und druckvoll.

Überraschend und zugleich überragen die beiden Coverversionen, die Mrs. Gray an diesem Abend präsentierte. Mit einem fetzigen „Creep“ von Radiohead und ein gefühlvollem „Nothing else matters“ von Metallica sorgte sie für einen musikalisch gelungenen Wechsel in ihrem Set. Zwei ihren beiden Superhits, „I try“ und „Beauty in the world“ packte sie in das Zugabenprogramm, was ihr einen bejubelten Abgang verschaffte.